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Managergehälter: Führungskräfte warnen vor Schnellschuss und setzen auf eine Regelung durch den Markt

In der Diskussion um die Begrenzung der Managergehälter hat sich die Führungskräftevereinigung ULA zu Wort gemeldet. „Eine Begrenzung der Gehälter setzt unnötig die Marktmechanismen außer Kraft“, so ULA-Präsident Dr. Roland Leroux vor dem heutigen Koalitionstreffen im Kanzleramt.

Beim Spitzentreffen von Union und SPD soll auch über schärfere Auflagen bei der Bezahlung von Topmanagern geredet werden. Im Koalitionsvertrag ist vorgesehen, dass die Hauptversammlung von Aktiengesellschaften über die Vorstandsvergütung entscheiden soll. Vordergründig solle dies wohl die demokratische Legitimation von Vergütungsentscheidungen stärken. Das Gegenteil sei aber der Fall: eine Verlagerung der Entscheidung vom Aufsichtsrat in die Hauptversammlung schwäche auch die Mitbestimmung der Arbeitnehmer.  "Insbesondere sagt die Bezahlung von Managern nichts darüber aus, wie ein Unternehmen tatsächlich geführt wird und wie es seine Mitarbeiter behandelt“, betont Roland Leroux.

Die Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland hat sich sehr günstig entwickelt. Noch nie in der Geschichte des Landes gab es eine so große Zahl von Erwerbstätigen. Dazu Leroux: „Sowohl die Zahl der Spitzenfunktionen als auch die der hoch bezahlten Arbeitsplätze unterhalb der Vorstandsebene hat sich kontinuierlich erhöht.“ Auch die Führungskräftebasis in der Wirtschaft sei in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich breiter geworden. „Gleichzeitig hat es aber parallel zu dieser Entwicklung einen kontinuierlichen Rückgang der sogenannten geldwerten Vorteile gegeben.“ Hinzugekommen seien zahlreiche Compliance-Regelungen.  

Einzelne unerfreuliche Exzesse in der Bezahlung oder der Abfindungspraxis rechtfertigen nach Ansicht Leroux nicht das Tätigwerden der Politik. „Schon heute gibt es ausreichende Instrumente, um Übertreibungen und Ungerechtigkeiten zu korrigieren.“ Aus Sicht der Führungskräfte erfüllen Aufsichtsräte, die sich bei Abfindungszahlungen nicht korrekt verhalten, schon heute den Straftatbestand der Untreue. Eine entsprechende  transparente Berichterstattung wäre aber sicherlich hilfreich.

Insgesamt sei es nach Meinung des ULA-Präsidenten nicht zweckdienlich, wenn der Staat sich in privatwirtschaftliche Preisfindungsprozesse einmische. „Sollte dies der Staat zum Beispiel im Fußball versuchen, so würde am Ende kein deutscher Club mehr in der Champions League mitspielen.“

Veröffentlicht am: 29.03.2017

 
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