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Europa: Perspektiven nach dem Brexit

Europa & Wirtschaft
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© CEC

Auch für den europäischen Führungskräfteverband „CEC – European Managers“ war der Brexit ein bestimmendes Thema. Die Entscheidung der britischen Bevölkerung bleibt nicht ohne Auswirkungen für die Führungskräfte in Europa.

Zwar ergibt sich keine direkte Betroffenheit für die CEC und ihre Beziehung zu ihrem britischen Mitgliedsverband. Denn schon immer gehörten ihr Verbände aus Staaten an, die nicht Mitglied der EU sind (SKO aus der Schweiz, Lederne aus Norwegen) oder zum Zeitpunkt des Beitritts noch nicht Mitglied waren (MAS aus Slowenien). Trotzdem muss die CEC ihrerseits Antworten auf die Gefahr einer wirtschaftlichen und politischen Schwächung finden, die sich aus dem Brexit zu ergeben droht.

In seiner Eigenschaft als CEC-Präsident äußerte sich auch Ludger Ramme, in Deutschland für die ULA als Hauptgeschäftsführer tätig: „Ich sehe eine tiefgehende Entfremdung zwischen den Bürgern und der EU.“ Anders als früher werde sie heute nicht mehr als Garant für politische Einheit sowie für wirtschaftlichen und sozialen Erfolg wahrgenommen. Stattdessen diene sie in den Mitgliedstaaten allzu oft als Sündenbock, insbesondere für die negativen Folgen der Globalisierung für bestimmte Bevölkerungsgruppen.

Geht es nach den Führungskräften in Europa, dürfen die Verdienste der EU in der Vergangenheit und ihre Bedeutung in der Zukunft für die Wahrung von Frieden und Wohlstand auf keinen Fall in Vergessenheit geraten. „Um dies zu erreichen, muss die EU ihre Strukturen modernisieren.“ Aus Sicht von Ludger Ramme habe die EU der 28 Mitgliedstaaten es zuletzt nicht mehr überzeugend vermocht, adäquat auf globale Herausforderungen zu reagieren. „Daher ist es auch im Sinne der Handlungsfähigkeit nötig, Europas Kern zu stärken, den insbesondere die Gründungsstaaten Frankreich, Italien und Deutschland bilden, ebenso deren unmittelbare Nachbarstaaten.“ Die schließe die Möglichkeit ein, bei bestimmten Projekten voranzugehen, auch wenn einzelne Mitgliedsstaaten nicht mitziehen.

Im konkreten Umgang mit dem bevorstehenden Brexit positioniert sich die ULA flexibel. Der Ausgang des Referendums zwingt die EU zur Entwicklung neuer, attraktiver Assoziierungsmodelle. Hierin liegen auch Chancen, da dies es auch anderen Staaten ermöglicht, ebenfalls diese Option in Betracht zu ziehen.

Daneben setzt die CEC ihre politische Alltagsarbeit fort. Im Juni besuchte Luger Ramme zusammen mit dem Generalsekretär Luigi Caprioglio die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Europäischen Volksparteien (EVP) Laura Comi. Ein wichtiges Gesprächsthema: das Bewusstsein in der Europäischen Kommission und im Europäischen Parlament für die Bedeutung der Führungskräfte als eigenständige Arbeitnehmergruppe zu schärfen. Hier hatten die europäischen Verbände im Jahr 1993 einen politischen Erfolg mit der nach ihrem Initiator benannten „Gil-Roblès-Resolution“ erzielt. Diese trug entscheidend zur Berücksichtigung der CEC als Teilnehmer am sozialen Dialog der Sozialpartner bei.

Zum Thema: Wachablösung bei Frankreichs Führungskräften

In der CFE-CGC, dem französischen Schwesterverband der ULA, ist es Anfang Juni 2016 zu einem Führungswechsel gekommen. François Hommeril folgt auf Carole Couvert, die den Verband seit 2013 führte. Seit Gründung der CEC im Jahr 1951 arbeiten ULA und CFE-CGC eng zusammen. Hauptgeschäftsführer Ludger Ramme war Gast der Wahlversammlung. Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch auf Ebene der Mitgliedsverbände, die unter dem Dach der CEC in eigenständigen Branchenverbänden organisiert sind. ULA-Präsident Dr. Roland Leroux verkörpert diese Arbeit in seiner Eigenschaft als Präsident des Europäischen Führungskräfteverbandes Chemie FECCIA. In dieser Funktion arbeitet er seit Jahren mit François Hommeril vertrauensvoll zusammen – Grund genug für einen offiziellen Antrittsbesuch, der ihn Mitte Juni nach Paris führte.

5. August 2016
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