Derzeit bereitet die Bundesregierung ein Präventionsgesetz vor. Es zielt darauf ab, die vorhandenen Leistungen von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen zu stärken und die Verzahnung mit weiteren Angeboten insbesondere im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und des Arbeitsschutzes zu verbessern.

Aus diesem Anlass hat die ULA eine Umfrage über das Manager-Monitor-Panel zur Haltung von Führungskräften zum Thema Gesundheit und Prävention am Arbeitsplatz durchgeführt.

Positiver Nutzen der Gefährungsbeurteilung ..

In Summe sehen die Führungskräfte ihre Unternehmen in Bezug auf Prävention und Gesundheitsförderung auf Kurs: Rund 80 Prozent der Befragten beurteilen den werksärztlichen Dienst, die Prävention körperlicher Risiken am Arbeitsplatz durch Angebote wie Rückenschulen, betriebliche Vorsorgeuntersuchungen sowie das im Arbeitsschutzgesetz verankerte Instrument der Gefährdungsbeurteilung (bezogen auf körperliche Risiken) als „sehr nützlich“ oder „eher nützlich“. Spürbar geringere Werte (59 Prozent „sehr nützlich“ oder „eher nützlich“) erzielt die Gefährdungsbeurteilung in ihrer Anwendung auf psychische Risiken, insbesondere durch Stress.

Die rechtliche Verpflichtung zu einer umfassenden Anwendung dieses Instruments bestand zwar schon immer, allerdings wurde die psychische Gesundheit erst im Jahr 2013 explizit im Wortlaut des Gesetzes verankert. Dies geschah offenbar sowohl im Sinne einer Klarstellung als auch einer Ermahnung an die Adresse der Verantwortlichen in den Unternehmen.

… aber weit verbreitete Umsetzungsdefizite

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass auch in Großunternehmen in dieser Frage weiterhin Nachholbedarf und Umsetzungsdefizite bestehen. Vielleicht herrscht auch immer noch eine gewisse Ratlosigkeit darüber, wie das „Stresspotenzial“ von Arbeitsplätzen methodisch sicher zu bewerten ist.

Wichtig für die Interpretation der Ergebnisse ist der Umstand, dass die Mehrzahl der Befragten in Großunternehmen tätig sind: 85 Prozent von ihnen in Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern und rund 45 Prozent in Unternehmen mit mehr als 2.000 Arbeitnehmern. Die Ausgangsbedingungen für das Entstehen gut ausgebauter Strukturen, etwa in Form eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, sind daher a priori günstiger als in kleinen und mittleren Unternehmen.

Gute Noten für ergänzende Angebote der Unternehmen

Die Angebote in ihren eigenen Unternehmen bewerten die Umfrageteilnehmer mehrheitlich positiv. In Schulnoten ausgedrückt erhalten der „Bekanntheitsgrad der Maßnahmen im Unternehmen“ die Note 2,7 und deren „Zugänglichkeit“ die Werte 2,7 und 2,8. Die „Passgenauigkeit für Belastungen von Führungskräften“ erhält mit 3,3 eine noch befriedigende Zensur. Unzufriedenheit klingt beim Kriterium „Unterstützung durch die Unternehmensleitung“ an. Hier erreichen die Unternehmen nur die 3,8. Führungskräfte wünschen sich also offenbar mehr Unterstützung bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung als Vorgesetzte für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Zu dieser Interpretation passen auch die Antworten auf eine weitere Frage: 87 Prozent betrachten Gesundheitsmanagement als Führungsaufgabe (Antwortkategorien: „Ja“, „Eher ja“), aber nur 53 Prozent sind der Auffassung, dass sie hierfür über ausreichende Handlungs- und Entscheidungsspielräume verfügen.

Positive Bewertung des eigenen Gesundheitszustands

Bei den für Prävention und Gesundheit unverzichtbaren Aspekten der Eigenverantwortung und Eigenvorsorge zeigt sich, dass Führungskräfte insgesamt mit ihrer Situation überwiegend zufrieden sind – und zwar in Bezug auf ihren Gesundheitszustand, ihre Belastbarkeit, ihr Ernährungs- und Bewegungsverhalten und ihr soziales Leben außerhalb des Berufes. Allerdings gibt es auch hier Abstufungen und Ansatzpunkte für weitere Verbesserungen. Zum einen vergeben bei jeder der vier Antwortkategorien nur rund ein Viertel der Befragten den Bestwert „sehr zufrieden“. Zum anderen ist eine deutliche Abschichtung der Antworten erkennbar: Während noch rund 81 Prozent der Befragten mit ihrem Gesundheitszustand sehr oder eher zufrieden sind, ist dies in Bezug auf das eigene Bewegungsverhalten nur noch bei 63 Prozent der Fall (Belastbarkeit im Beruf 80 Prozent, Ernährungsverhalten 69 Prozent, soziales Leben 68 Prozent Zufriedenheit).

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