Handelsblatt: Das liegt beim Koalitionsausschuss auf dem Tisch
Die Steuer- und Arbeitsmarktreformen gelten im Koalitionsausschuss am 1. Juli als besonders strittig – dabei geht es auch um den Kündigungsschutz. Skeptisch seien auch Teile der Wirtschaft, berichtet das Handelsblatt im Vorfeld des Treffens der Spitzen von CDU, CSU und SPD.
Der Präsident des Deutschen Führungskräfteverbands ULA, der rund 70.000 Beschäftigte in Deutschland vertrete, habe sich in einem Brief an Kanzler Merz, Arbeitsministerin Bas und Wirtschaftsministerin Reiche gewendet.
„Mit zunehmender Sorge verfolge ich die Forderungen nach einer Aufweichung des Kündigungsschutzes“, schreibt Roland Angst in dem Brief, der dem Handelsblatt exklusiv vorliege.
Die Argumentation, der Kündigungsschutz sei eine Bremse für Flexibilität und Modernisierung in der Wirtschaft, greife zu kurz, zitiert die Zeitung weiter. Der Kündigungsschutz sei keine Wettbewerbsbremse, sondern eine notwendige Voraussetzung für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand. Angst teilt daher mit: „Vor einer solchen Aufweichung warnen wir ausdrücklich.“
Auch vom SPD-Vorschlag, die Abschwächung über einen vierjährigen Probezeitraum umzusetzen, helfe nicht. Auch damit würde die Gruppe der Fach- und Führungskräfte „zu Beschäftigten zweiter Klasse“ degradiert.
„Mit einer solchen Regelung signalisieren Sie gerade gegenüber denjenigen, die in Unternehmen Verantwortung übernehmen und eine besondere Leistung erbringen, das fatale Signal: Engagement, Leistung und die Übernahme von Verantwortung lohnen sich nicht – im Gegenteil, sie können sogar mit Nachteilen verbunden sein“, schreibt Angst.
Der Bericht ist auf Handelsblatt online erschienen am 1. Juli 2026.



