Im Rahmen der Kooperation zwischen ULA und Leadership Insiders empfehlen wir Ihnen die Lektüre eines neuen, kompakten Beitrags von Prof. Jürgen Weibler zum Thema “Digitale Kompetenz – Mehr als Skills für Führungskräfte”.

Was meinen sie? Kann man heute Führungskraft ohne eine hohe digitale Kompetenz sein? Die Antwort ist ein klares ‚Ja‘, denn selbst bei DAX- und MDAX-Vorständen ist die digitale Kompetenz in Summe defizitär, folgte man einer Gemeinschaftsstudie (2017) des Autorengespanns Kawohl/Becker von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und dem Investment Lab Heilbronn. Falls Ihre Antwort ein ‚Nein‘ war, meinten Sie vermutlich, dass es bei Führungskräften nicht so sein sollte und schauten nicht so sehr auf die Empirie. Ein regelmäßiger Besucher dieser Seite hätte sich aber hoffentlich gefragt: Was ist denn mit „digital“ und was mit „Kompetenz“ gemeint? Ersatzweise hätte sie oder er für sich definiert, was darunter zu verstehen ist, dann Führungskräfte im eigenen Haus danach beurteilt und wäre so zu einer ersten begründeten Antwort gekommen. Bei genau dieser Schlüsselfrage hilft Leadership Insiders heute insoweit, als eine Hintergrundfolie ausgebreitet wird, mit der jeder sich gut aufgestellt in die Diskussion zur digitalen Kompetenz einschalten kann.

Die digitale Reise

Das Radio benötigte 38 Jahre, um 50 Mio. Nutzer zu generieren, Pokémon Go 19 Tage.

Dieses Zahlenverhältnis, entnommen dem Vater-Sohn-Werk „Eins oder Null“ der Mefferts (2017), beinhaltet nicht nur eine kulturelle Aussage, sondern zeugt vor allem von der Radikalität der Beschleunigung unserer Gesellschaft, die die Digitalisierung als Voraussetzung und Treiber eben dieser Beschleunigung kennt. Die Wirtschaft ist der Nukleus dieser Beschleunigung.

In seinem Buch „Die digitale Treppe“ (2016) schildert Lothar Schröder, Mitglied des Bundesvorstandes von ver.di und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Telekom, die Entwicklung der digitalen Durchdringung der Arbeitswelt mit einer Treppenmetapher. Auf der untersten Stufe hielten Computer als Automaten Einzug, wurden dann zu einem Werkzeug und durch die Vernetzung (im Web) zu einem Medium. Heute liege ihre besondere Stärke in ihrem Zusammenspiel als Plattform, um im nächsten Schritt bei fast jedem täglich unentbehrlicher Begleiter, natürlich auch im Privaten, zu sein. Auf der höchsten Stufe ist der Computer schließlich ein Prophet, der auf der Basis von Big Data zukünftiges menschliches Verhalten voraussagt. Der „Computerbegriff“ steht hier für die beliebige Verbindung von Maschinen, anderen Hardware-Komponenten, Software, Netzen, fortschreitenden Algorithmen und Orten, die Lösungen wie Startpunkt weiterer Lösungen sind (z.B. Clouds).

Man darf diese zeitlich inspirierte Treppenmetapher so oder so nur als eine schematische Orientierung lesen, denn u.a. existieren Stufen weiterhin gleichzeitig. Der Fortgang auf der Treppe hat sich jedoch in immer kürzeren Abständen mit fortschreitendem Wirkungsgrad des Computers vollzogen. Mir fehlt hier allerdings noch die nächste Stufe, die zu einem Eingang mit weiteren Stufen führt, an deren Ende der Computer als Leviathan fungieren könnte. Erst auf dieser Linie fängt es an, wirklich spannend zu werden, denn es geht am Ende um die existenzielle Frage der Macht und der Stellung des Menschen in einer durchdeklinierten digitalisierten Welt.

Die digitale Landschaft in Deutschland

In 2017 soll nach einer von der Bundesregierung herausgegebenen Untersuchung der Digitalisierungsgrad der deutschen Wirtschaft 54 Indexpunkte von 100 möglichen ausgewiesen haben (u.a. gemessen am Einfluss der Digitalisierung auf den Geschäftserfolg). Als Digitalisierung wurde in der Studie die Veränderung von Geschäftsmodellen verstanden: Kernprozesse, Schnittstellen zum Kunden sowie Produkte/Services, jeweils durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Die Studie gibt einen ersten Eindruck von der Bedeutung der Digitalisierung für die Praxis. Zur Wucht der schöpferischen Zerstörung, die durch neue digitale Lösungen entsteht, kann sie nicht herangezogen werden. Zudem ist die Durchdringung einzelner Branchen unterschiedlich stark. Momentan ist beispielsweise das Gesundheitswesen nur niedrig digitalisiert, der Maschinenbau liegt in der Mitte und, wenig überraschend, die IKT-Branche selbst vorne. Wichtiger wäre also, sich auf die Leistungsfähigkeit der F&E-Abteilungen der jeweiligen Branchen, Entwicklungen innerhalb der Technologie und Trends auf den Märkten zu konzentrieren.

 

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