CDU debattiert Aufweichung des Kündigungsschutzes für „Spitzenkräfte“ – warum das eine Scheinlösung wäre
Berlin, 21. Januar 2026 – LinkedIn Post
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Die CDU diskutiert derzeit, den Kündigungsschutz für sogenannte „Spitzenkräfte“ aufzuweichen. Ziel sei es, die Durchlässigkeit des Arbeitsmarkts zu erhöhen und Unternehmen mehr Flexibilität bei Restrukturierungen zu ermöglichen.
Wir halten diesen Vorstoß für den falschen Weg!
Beschäftigte brauchen Sicherheit, um Innovationen voranzutreiben. Studien zeigen, dass starker Kündigungsschutz nicht Innovationskraft hemmt – im Gegenteil: Er ermöglicht Führungskräften, mutige Entscheidungen zu treffen, innovative Projekte umzusetzen und Verantwortung für Teams und Unternehmen zu übernehmen. Eine Hire-and-Fire-Politik erzeugt Angst statt Ermutigung und führt nachweislich zu risikoaverser Entscheidungsfindung und Stagnation.
Dammbruch statt Lösung: Das Opfern bewährter Schutzrechte wäre eine Scheinlösung. Kündigungsschutz dient nicht nur einzelnen Führungskräften, sondern sichert Planungssicherheit, Teamstabilität und langfristige Unternehmensführung.
Ein Zwei-Klassen-Arbeitsrecht würde die Fairness im Arbeitsrecht untergraben. Schutzbedürftigkeit endet nicht bei einer bestimmten Einkommenshöhe. Führungskräfte stehen ebenso in strukturellen Abhängigkeiten und tragen zusätzlich Verantwortung für Teams und Unternehmen.
Flexibilität entsteht nicht durch weniger Schutz, sondern durch kluge Gestaltung. Der deutsche Kündigungsschutz ist kein Standortnachteil, sondern ein Wettbewerbsvorteil für Stabilität, Produktivität und Fachkräftebindung – gerade im internationalen Vergleich.
Unser Fazit:
Führungskräfte sind Teil der Lösung, nicht des Problems, insbesondere in der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Wer Innovation, Transformation und Verantwortung von ihnen erwartet, sollte ihnen nicht den rechtlichen Boden entziehen. Der Kündigungsschutz darf nicht zum politischen Experimentierfeld werden.
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