Führungskräfteverband warnt vor 3.600-Euro-Sprung bei Sozialabgaben

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Berlin, 17. April 2026

„Die Pläne des CDU-geführten Bundesgesundheitsministeriums für eine sprunghafte Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung um 3.600 Euro jährlich sind für viele Fach- und Führungskräfte ein falsches Signal zur falschen Zeit. Wer Verantwortung übernimmt, Leistung bringt und bereits einen überproportionalen Beitrag zur Finanzierung unseres Sozialstaats leistet, darf nicht immer wieder als erste Finanzierungsquelle herangezogen werden“,

erklärt der Präsident des Deutschen Führungskräfteverbands ULA, Roland Angst, anlässlich der Veröffentlichung eines Regierungsentwurfs für ein GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.

Selbstverständlich stehen wir zu einem starken und solidarischen Sozialversicherungssystem. Aber Solidarität braucht Augenmaß und Akzeptanz. Die Belastung von qualifizierten Fach- und Führungskräften darf nicht schneller steigen als ihre Löhne. Das würde die Leistungsbereitschaft und die Attraktivität des Standorts Deutschland weiter senken. Die Beitragsbemessungsgrenzen sind bereits durch den systembedingten Automatismus für 2026 regulär erneut deutlich angehoben worden – in der Kranken- und Pflegeversicherung auf 69.750 Euro jährlich und in der Rentenversicherung auf 101.400 Euro jährlich.

„Wir erwarten von den Regierungsparteien CDU, CSU und SPD mehr als reine Fortschreibung von Belastungen. Notwendig sind strukturelle Reformen in den Sozialversicherungen, mehr Effizienz auf der Ausgabenseite und eine wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik. Dauerhaft höhere Abgaben dürfen nicht zum Ersatz für fehlende Reformen werden. Deutschland braucht Anreize für Leistung, Führung und unternehmerische Verantwortung – keine schleichende Erosion der Netto-Einkommen seiner Leistungsträger. Wenn die Bundesregierung Anreize schaffen will, dass Menschen wieder mehr arbeiten, muss sie diesen Entwurf für ein GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zurückziehen“,

so ULA-Präsident Roland Angst.