FAZ greift ULA-Stimmen zum Phänomen „Transformation Fatigue“ auf
03.06.2026 – Mehr als jeder dritte Beschäftigte in Deutschland fühlt sich durch permanente Veränderungsprozesse im Arbeitsumfeld erschöpft. In einem lesenswerten Artikel der F.A.Z. mit dem Titel „Wenn ständige Veränderungen im Job die Kraft rauben“ von Dr. Felicitas Witte wird beleuchtet, was es mit Transformation Fatigue auf sich hat, was Führungskräfte damit zu tun haben und wie sich Arbeitnehmer entlasten können. In dem Artikel werden kommen auch Stimmen aus dem Netzwerk der ULA zu Wort.
Prof. Dr. Eric Kearney, Professor für Führung, Organisation und Personal an der Universität Potsdam und Mitglied des ULA-Beirats, ordnet den Begriff „Transformation Fatigue“ kritisch ein. Er verweist darauf, dass die Ursachen von Erschöpfung differenziert betrachtet werden müssen und betont zugleich die Verantwortung von Unternehmen, Beschäftigte durch Veränderungsprozesse zu begleiten und ihre Ressourcen gezielt zu stärken.
Sein Rat: Belastungen frühzeitig ansprechen, soziale Unterstützung nutzen und Führungskräfte aktiv einbinden. Denn die Art und Weise, wie Veränderungen gestaltet werden, entscheidet maßgeblich darüber, ob sie motivieren oder überfordern.
ULA-Vizepräsident Dr. Christoph Gürtler verweist auf einen weiteren wichtigen Aspekt: Gerade große Unternehmen stehen unter erheblichem Druck, kontinuierlich neue Effizienz- und Wachstumspotenziale zu erschließen. Dies könne dazu führen, dass immer neue Transformationsprogramme angestoßen werden.
„Vor allem große Aktiengesellschaften stehen unter dem Druck, ihren Aktionären stets neue Glanzzahlen zu präsentieren. Deren Erwartungshaltung verleitet viele Firmen dazu, vermeintliche Effizienzgewinne mit ständig neuen Transformationsmaßnahmen erreichen zu wollen.“
Für Führungskräfte bedeutet das: Veränderungen nicht nur umzusetzen, sondern sie nachvollziehbar zu erklären, frühzeitig zu kommunizieren und die Sorgen der Beschäftigten ernst zu nehmen.
Der Beitrag macht deutlich: Transformation ist kein Selbstzweck. Sie kann nur dann erfolgreich sein, wenn neben wirtschaftlichen Zielen auch die Menschen im Unternehmen im Blick bleiben.
Der FAZ-Artikel ist in der Print-Ausgabe vom 30. Mai 2026 auf Seite 33 zu finden sowie online (FAZ+ Artikel).


ULA / Jens Schicke
Astrid Eckart – TUM