Einblicke in die Generalversammlung der CEC – European Managers
Das ULA-Team nahm am 4. und 5. Juni an der Generalversammlung der CEC – European Managers in Oslo teil. Die CEC vertritt als europäischer Dachverband die Interessen von Führungskräften auf EU-Ebene und bringt deren Perspektive in politische Debatten, europäische Projekte und den Sozialen Dialog ein.
Die diesjährige Generalversammlung zeigte eindrucksvoll, wie breit die CEC aufgestellt ist: von Künstlicher Intelligenz über Sustainable Leadership bis hin zu Innovations- und Qualifizierungsfragen.
Projekte, politische Arbeit und die Zukunft der CEC
Zum Auftakt betonte CEC-Präsident Maxime Legrand die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit:
“This is what CEC is about: It is about people, relationship and a shared commitment towards managers we represent across Europe.”
In den Berichten des CEC-Vorstands wurde deutlich, dass Führungskräfte heute an der Schnittstelle zahlreicher Transformationen stehen. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, geopolitische Unsicherheiten und Fachkräftemangel verändern Unternehmen und Arbeitswelt gleichermaßen.
AI Manage: KI verantwortungsvoll gestalten
Besonders im Fokus stand das neue EU-geförderte Projekt AI Manage, das die CEC leitet und gemeinsam mit Arbeitgeber- und Führungskräfteorganisationen aus mehreren europäischen Ländern umsetzt.
Das Projekt untersucht, wie KI verantwortungsvoll in Unternehmen eingesetzt werden kann und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit KI sowohl die Qualität von Entscheidungen verbessert als auch positive Auswirkungen auf Beschäftigte hat.
Geplant sind u.a. eine wissenschaftliche Langzeitstudie, europäische KI-Leitlinien für Führungskräfte, eine praxisorientierte Toolbox sowie Weiterbildungsangebote.
Starke Stimme im Europäischen Sozialen Dialog
Ein weiterer Schwerpunkt war die Arbeit der CEC im Europäischen Sozialen Dialog. Aktuell diskutieren die europäischen Sozialpartner über gemeinsame Prioritäten für die kommenden Jahre. Dazu gehören unter anderem Qualifizierung und Weiterbildung, die digitale und grüne Transformation, Resilienz gegenüber Krisen sowie die Teilhabe am Arbeitsmarkt.
Managers+: Ein europäisches Netzwerk für Führungskräfte
Mit Managers+ stellte die CEC zudem eine neue Initiative vor, die den Austausch zwischen Führungskräften in Europa fördern soll. Das Projekt soll ähnlich wie ein „Erasmus“ für Führungskräfte funktionieren.
Zum Start sollen Führungskräfte aus verschiedenen Ländern über digitale 1:1-Gespräche miteinander vernetzt werden. Ziel ist es, voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Lösungsansätze zu teilen.
Climate Leadership auf die Agenda setzen
Auch Nachhaltigkeit und Climate Leadership gewinnen innerhalb der CEC weiter an Bedeutung. Die Arbeitsgruppe „Just Transition and Climate Leadership“ setzt sich dafür ein, die Rolle von Führungskräften bei der nachhaltigen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft stärker sichtbar zu machen.
So wird die CEC auch im November auf der Weltklimakonferenz COP31 in Antalya vertreten sein. Die CEC möchte dort die Perspektive von Führungskräften stärker in die internationalen Debatten einbringen und das Thema Climate Leadership weiter etablieren.
Europa im Wandel und die Zukunft der Führung
Am zweiten Tag der Generalversammlung sprach die ehemalige norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg über die Folgen geopolitischer Spannungen des Krieges in der Ukraine und zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheiten. Europa müsse schneller und entschlossener handeln, um seine Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Resilienz zu stärken. Führung bedeute heute mehr denn je, auch unter Unsicherheit Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert. Mehrere Referentinnen und Referenten betonten, dass KI nicht als reines IT-Projekt verstanden werden dürfe. Entscheidend sei vielmehr, wie Unternehmen ihre Prozesse, Kompetenzen und Führungsstrukturen weiterentwickeln, um die Potenziale der Technologie sinnvoll zu nutzen.
Besonders prägnant war die Aussage, dass die erfolgreichsten Organisationen der Zukunft nicht diejenigen sein werden, die die meiste Technologie einsetzen, sondern diejenigen, die die größten Fähigkeiten im Umgang mit dieser Technologie entwickeln.
Europäische Zusammenarbeit als Schlüssel
Die Generalversammlung machte deutlich, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit – von Künstlicher Intelligenz über Innovation und Qualifizierung bis hin zu Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt – nur gemeinsam bewältigt werden können.
Für die ULA bot das Treffen eine wertvolle Gelegenheit, sich mit anderen europäischen Führungskräfteorganisationen auszutauschen und vertiefte Einblicke in die vielfältigen Projekte der CEC zu gewinnen.


ULA / Jens Schicke