Im Rahmen der Kooperation zwischen ULA und Leadership Insiders empfehlen wir Ihnen die Lektüre eines neuen, kompakten Beitrags  zum Thema “Lernen von der Ethnografie”.

Die Rahmenbedingungen für Führung haben sich grundlegend gewandelt. Alles erscheint möglich, Überraschungen sind bedeutsamer als Pläne, die auf gestrigen Annahmen beruhen und heutigen Fakten viel zu oft weichen müssen. Wenn aber das Umfeld wankt, sollten Sie sich besser selbst festigen. Doch wie? Leadership Insiders greift auf die Ethnografie zu und zeigt, wie wichtig eine genaue Beobachtung des Umfeldes zur Sicherung des eigenen Standortes sein kann. Kleinere Vorkommnisse und scheinbar Beiläufiges sind dabei besonders erhellend.

Was ist Ethnografie?

Ethnografie, gleichsam die Völkerbeschreibung, steht als Sammelbegriff für alle Methoden, mittels derer Wissenschaftler (Ethnologen) neue Erkenntnisse über (fremde) menschliche Gesellschaften, insbesondere deren politisches, soziales und kulturelles Leben erlangen möchten (vgl. Knoblauch 2014, S. 51). Konzeptionell geht sie auf den polnischen Sozialanthropologen und Begründer der Feldforschung Bronislaw Malinowski (1884-1942) zurück.

Mit dem „Feld“ sind in Erweiterung der Grundidee nicht mehr nur die realen geographisch definierten Lebensräume von Menschen, sondern in neuer Wendung auch Organisationen, ihre Arbeitswelten und Führungslandschaften gemeint. Dabei geht es im Besonderen um den Transfer von ethnografischen Methoden im Hinblick auf das Organisationsgeschehen. Denn in Organisationen erinnert so manches an das Ursprüngliche einer Völkerbeschreibung. Barbara Klingenbacher (2010) formulierte dies wie folgt:

„Denn letztlich ist jedes Büro auch ein Dschungel und jedes Team ein Stamm, in dem informelle Codes gelten, unsichtbare Machtstrukturen und Glaubenssätze, von denen die Chefs umso weniger wissen, je höher sie in der Hierarchie stehen. «Hidden transcripts» heissen diese verborgenen Spielregeln in der Ethnologie, und sie sind auch in der Wirtschaft so machtvoll, dass Firmen an ihnen zugrunde gehen und Fusionen ihretwegen platzen können.“

Derart ausgerichtet kann die Führungskraft zum Forscher werden, der mehr über sich und sein soziales Habitat verstehen möchte. Beispielsweise so:

„In unserer Firma wurden Erholungsräume für Mitarbeitende eingerichtet, teilweise sogar als „Parkanlage“ designt. Ich beobachtete, dass diese kaum genutzt wurden. Warum? Mitarbeitende befürchteten, dass man als unproduktiv angesehen wird, falls man dort als Nutzer „registriert“ würde. Zudem gaben sie an, dass sie gar nicht wüssten, wie man dort relaxen könne. Eine vorherige Erklärung über den Sinn und den Zweck wurde vermisst.“

Weiter zum vollständigen Beitrag unter www.leadership-insiders.de