Im Rahmen der Kooperation zwischen ULA und Leadership Insiders empfehlen wir Ihnen die Lektüre eines neuen, kompakten Beitrags von Prof. Jürgen Weibler zum Thema “Die Kraft kollektiver Emotionen – Was sie sind und wie sie wirken”.

Sie kennen das. Sie treten in einen bühnenbildnerisch gestalteten Raum ein, in dem andere wie sie auf ein stimmungsvolles Konzert oder eine anrührende Kunstperformance warten. Sie erspüren eine nur schwerlich in Worten auszudrückende Atmosphäre, sie sind ergriffen und ein erstes Anzeichen eines Hochgefühls steigt in ihnen auf. Sie und der Moment. Aber – wie so oft – es sind nicht nur sie, die diese „einzigartigen“ Gefühle und Emotionen haben, bei anderen ist es vergleichbar. Eine gemeinsam erlebte Situation lässt eine kollektive Realität entstehen, die zu kollektiven Emotionen führt. Leadership Insiders erläutert diesen Prozess genauer und verbindet ihn mit dem Geschehen in Organisationen.

Was sind kollektive Emotionen?

Dies ist offensichtlich eine einfache Frage. Die Antwort ist es nicht ohne Weiteres, denn die Geschichte der Auseinandersetzung mit dem Emotionalen ist lang und facettenreich. Auch mein Kollege Wendelin Küpers und ich haben dazu einmal ein Buch vor mehr als zehn Jahren geschrieben. Da sieht man sehr deutlich, wie Emotionen in Organisationen mitregieren und wie verfehlt es wäre, sie aus den Ansichten und Entscheidungen heraushalten zu wollen. Es geht einfach nicht, sie spielen unbewusst mit, wie nicht zuletzt auch die neurowissenschaftliche Forschung gezeigt hat. Womit haben wir aber überhaupt zu tun? Vieles wird kontrovers diskutiert, aber für unsere Zwecke sollte es wie folgt gehen:

Menschen haben Gefühle. Als Basisgefühle gelten Glück/Freude, Überraschung, Traurigkeit, Furcht/Angst, Ekel, Ärger/Wut, Verachtung, Scham, Schuld, Interesse/Erregung, Scheu, Verlegenheit und Qual. Und die Liebe? Sie ist wie viele andere eine Mischvariante der Einheitsgefühle, hierin vermutlich noch vielgesichtig (mal Glück gemixt mit Qual, mal Glück gemixt mit Erregung usw.).

Gefühle werden erst zu Emotionen, wenn diese dynamischen Zustände durch den Kontakt mit einer anderen Person aufkommen oder beeinflusst werden. Dabei spielt der Kontext immer eine Rolle. Wer alleine durch den Wald läuft, hat danach möglicherweise ein Gefühl der Freude, wer bei einem Abendessen Freude durch die Anwesenheit des Gegenübers empfindet, eine freudige Emotion. Für eine Emotion sind danach mindestens zwei Personen notwendig, was wiederum nicht heißt, dass es sich um eine kollektive Emotion handelt.

Eine kollektive Emotion liegt erst dann vor, wenn die Art der Emotion gleich ist. Bleiben wir beim Abendessen: Die eine ist gelangweilt, der andere fasziniert. Beides wurde durch den anderen bewirkt – es handelt sich also um eine Emotion – aber sie ist keine kollektive und viel anfangen kann man damit gemeinsam nicht. Um wahrhaft kollektiv zu sein, sollte nicht nur die Art der Emotion gleich oder verwandt, sondern deren Intensität zudem auch ungefähr gleich ausgeprägt sein.

Kollektive Emotionen gehen selbstredend über die Zweierkonstellation hinaus: Teamemotionen, geteilte Emotionen in einer Organisation oder innerhalb eines Staates bzw. einer Gruppe von beliebig vielen Menschen, die eine oder mehrere Gemeinsamkeiten besitzen (z.B. die Jungen, die Religiösen, die Städter).

Wie entstehen kollektive Emotionen?

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