Im Rahmen der Kooperation zwischen ULA und Leadership Insiders empfehlen wir Ihnen die Lektüre eines neuen, kompakten Beitrags von Prof. Jürgen Weibler zum Thema “Musik und Atmosphären – DJs als Inspiration für die Teamführung.”

Tausende von tanzenden Zuschauern, Jubel, laute Musik, gute Stimmung, tolles Wetter und einer im Zentrum des Geschehens: Der Disc Jockey, kurz: der DJ, Experte für tanzbare oder Chill-out Musik – mithin also für Bewegung und Entspannung. Letztes Jahr kamen zu einem der populärsten und weltweit größten Festivals elektronischer Tanzmusik, dem Tomorrowland in Belgien, ca. 400 000 Menschen. Nicht selten muss ein DJ auf solchen Festivals vor 8000 Menschen spielen, die DJ-Elite vor noch weit größeren Mengen. Schön, aber was hat das mit Führung zu tun? Beispielsweise, dass manche DJs scheitern und andere gefeiert werden. Leadership Insiders hat mehr dazu und betritt aus Führungssicht erst einmal ungewohntes Terrain: dunkle Musikclubs und in buntes Licht gehüllte Konzertbühnen.

Führung und Musik – am Ende stehen die Musikclubs und Konzertbühnen

Musik wird in ihren verschiedenen Ausprägungen immer wieder mit Führung in Verbindung gebracht, wie beispielsweise bei einer Studie von Donna Ladkin (2008), die die Wirkung des Sängers Bobby McFerrin auf sein Publikum untersuchte. Dabei fiel ihr auf, dass sie als Besucherin des Konzerts, ebenso wie andere, Teil einer Performance wurden, ohne in dem Moment zu wissen, wie das überhaupt geschah (S. 32):

Before I’d realised how it had happened, I found myself—along with the vast majority of the Hall’s occupants, echoing back his vocalisations, stomping my feet and clicking my fingers in response to his gestures. How was he able to lead us in such an unobtrusive way?

Wenn die Frage nach dem optimalen Führungsstil auftaucht, ziehen manche den Dirigenten eines Orchesters als erkennbare Führungsfigur heran, wohingegen andere eher an eine improvisierende Jazzcombo denken, die gleichsam für eine verteilte, gar gemeinschaftliche Führung steht. Insider sehen natürlich sofort Fragen der hierarchisch-routinehaften und spontan-intuitiven Koordination berührt.

Beim Vergleich von Musik und Führung nimmt das so genannte Präsenzerlebnis eine entscheidende Position ein. Darunter wird ein ganz spezielles Gefühl von Gegenwärtigkeit verstanden, bei dem man sich selbst als nicht getrennt von der Außenwelt erlebt. Dieses Präsenzerlebnis ist ein an sich anstrebenswerter Zustand, der alle Sinne auf Empfang schaltet und tiefste Empfindungen verspüren lässt. Wird dieses Präsenzerlebnis von vielen neben mir ebenso empfunden, entsteht die Atmosphäre einer sich verbunden fühlenden Gemeinschaft, die kollektive Emotionen während des Geschehens teilt und dadurch auch nachher ein Stück weit miteinander verbunden bleibt. Musik ist das Medium, welches im Alltag am leichtesten ein solches Präsenzerlebnis erzeugen kann. Und der Musiker, der solches Erleben erzeugen kann, besitzt eine machtvolle Position.

Solche Begebenheiten werden von einer neuen Richtung der Führungsforschung, der so genannten ästhetischen Führungstheorie, genauer untersucht. Allgemein geht es dort um die sinnliche Erkenntnis im sozialen Raum, um ein sinnliches Miterleben von Begebenheiten, beispielsweise darum, ob und wie sich die im wahrsten Sinne des Wortes „gefühlte“ Wirkung einer Person bei einer anderen ausnimmt und was das bedeutet. „Sinnlich“ ist als Gegenentwurf zu einer rein rationalen Beschreibung wortwörtlich zu nehmen, also alle Sinne betreffend (z.B. „Wie schmeckt mir die Führung?“, „Kann ich die Führungskraft riechen?“, „Wie fühlt sich diese Führungsperson für mich an?“).

Inhaltlich geht es sehr stark um die Kraft der Anmutung von Personen, Räumen und Gegenständen und deren Bedeutung für die Entstehung und Festigung von Führung. Und natürlich speziell um das Präsenzerleben.

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