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Zum Tag gegen Homo- und Transphobie: Auch die Wirtschaft ist gefordert

„Der internationale Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai ist auch eine Verpflichtung für die deutsche Wirtschaft“, so Michael Kauch, Vorsitzender des Berufsverbandes Völklinger Kreis, der schwule Führungskräfte und Selbständige vertritt. „Ob in Schule, Ausbildung oder Beruf – herablassende Sprüche oder Benachteiligungen im Job sind auch heute noch Realität für viele schwule Männer. Um Homo- und Transfeindlichkeit im Beruf abzubauen, braucht man eine Strategie für die Wertschätzung von Vielfalt in den Unternehmen.“

Alf Spröde, VK-Vorstand für Politik, ergänzt die rechtlichen Forderungen:  „Mit der Öffnung der Ehe wurde letztes Jahr eine wichtige und langjährige Forderung des VK erfüllt. Die Gleichstellung sollte noch dauerhaft durch die Ergänzung des Artikels 3 im Grundgesetz festgeschrieben werden. Außerdem müssen die Privilegien der Kirchen im Arbeitsrecht entfallen. Sie haben bis heute die Möglichkeit, Menschen nur wegen ihrer Homosexualität zu entlassen. Das betrifft nicht nur den sogenannten Verkündigungsbereich, sondern auch soziale Einrichtungen der Kirchen, die mit Steuermitteln bezuschusst werden – etwa Kindergärten und Krankenhäuser.“

Alf Spröde sieht neben diesen Herausforderungen auch Fortschritte in den vergangenen Jahren: „Viele Arbeitgeber nehmen diese Pflicht ernst, bilden ihre Führungskräfte in Deeskalation aus und bieten Anlaufstellen bei homosexuellenfeindlichem und transphobem Mobbing. Doch auch wir als Führungskräfte sind selbst gefordert. Wir müssen ein Klima ohne Diskriminierung schaffen, nicht nur aufgrund der sexuellen Identität und Orientierung. Wir brauchen Rückendeckung nicht nur vom Arbeitgeber, auch die Politik und Regierung müssen an den Voraussetzungen arbeiten. Die Verankerung des personalstrategischen Konzepts Diversity Management ist in Großunternehmen und Konzernen gut gelungen, diese haben die Vorteile erkannt. Der Mittelstand braucht indes Angebote, die niedrigschwellig und für jede Unternehmensgröße passend sind. Dazu müssen Verbände, Kammern und Ministerien an einem Strang ziehen.“

Michael Kauch (51) ist Vorsitzender des Völklinger Kreises. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete ist als selbständiger Unternehmensberater insbesondere für Unternehmen der Medizintechnik tätig.

Alf Spröde (52) war selbst bis vor wenigen Jahren als katholischer Priester im Erzbistum Köln tätig. Heute arbeitet  er als Coach und Berater im Trainingsinstitut eines Kommunalverbandes.