Der Dachverband der deutschen Führungskräfteverbände ULA und die EAF Berlin mahnen anlässlich der gemeinsamen Mixed-Leadership-Konferenz mehr Anstrengungen der Politik und Unternehmen an, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen.

Frauen haben heute größtenteils sogar höhere und bessere Bildungsabschlüsse als ihre männlichen Kollegen. Allerdings sind nach wie vor erhebliche Unterschiede bei der Studienfachwahl zu verzeichnen. „Es gilt, gezielt Frauen für die MINT-Studienfächer, vor allem im ingenieurwissenschaftlichen Bereich, zu gewinnen. Wir müssen die damit verbundenen Einkommens- und Karriere-Potenziale frühzeitig aufzeigen“, fordert die EAF Vorstandsvorsitzende Dr. Helga Lukoschat.

„Führungsverhalten ist in erster Linie eine Frage der Persönlichkeit und nicht eine Frage des Geschlechtes“, erklärt ULA-Präsident Dr. Roland Leroux. „Hier sind die Unternehmen gefragt, auf ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen zu achten. Zahlreiche Studien zeigen, dass gemischte Teams in Unternehmen meistens produktiver und erfolgreicher sind und damit den gesamten Erfolg des Unternehmens positiv beeinflussen.“

Führungskräfte können innerhalb der Unternehmen einiges verändern, dennoch sind nicht zuletzt die rechtlichen Rahmenbedingungen ausschlaggebend. Dringend notwendig ist es, dass Arbeits- und Ruhezeiten sowie flexible Arbeitsmodelle im digitalen Wandel kontinuierlich auf den Prüfstand gestellt und Frauen und Männer für gleiche und gleichwertige Tätigkeit im selben Tätigkeitsfeld gleich bezahlt werden („Equal Pay“).

Die EAF Berlin begleitet Organisationen in Veränderungsprozessen für eine vielfältige Führungs- und Unternehmenskultur. Als unabhängige Forschungs- und Beratungsorganisation engagiert sie sich seit mehr als zwanzig Jahren an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung weiblicher Talente in den MINT-Berufen. Zusammen mit der TU Berlin hat die EAF Berlin daher die Femtec.GmbH als Karriereplattform für Frauen in Ingenieur- und Naturwissenschaften gegründet.

Die ULA ist die Vereinigung der deutschen Führungskräfteverbände. Als Dachverband ist sie das politische Sprachrohr für 70.000 Führungskräfte in Deutschland. Sie vertritt deren Interessen in der Arbeits-, Steuer-, Sozial- und Bildungspolitik gegenüber Regierung und Parlament sowohl in Berlin als auch in Brüssel.